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40 Jahre George Sephton: die lebende Legende von Anfield

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40 Jahre George Sephton: die lebende Legende von Anfield

Beitragvon derarmeberliner » Sonntag 8. Mai 2011, 12:40

Ich habe diesen tollen Artikel im Januarheft der 11 Freunde gefunden: Auch er ist wirklich eine lebende Legende:

Matthias Paskowsky in „11 Freunde“ Januar 2011, Magazin-Nummer 110

Stadion-DJ George Sephton bewahrt Anfield seit 1971 vor schlechter Musik

Musik und Fussball unterhalten eine belastbare Beziehung und das nicht erst, seit sich John Peel einen Lebenstraum erfĂŒllte. Bei einem AuswĂ€rtsspiel in Paris trug der legendĂ€re DJ vom BBC Radio 1 keinen Geringeren als Bill Shankly die Koffer ins Hotel. Peel beließ es nicht dabei, eine seiner Töchter nannte er Florence Victoria Shankly. Seine anderen drei Kinder heißen ĂŒbrigens William Robert Anfield, Alexander Mary Anfield und Thomas James Dalglish.

Doch auch belastbare Beziehungen haben ihre weichen Stellen.Viele von ihnen sitzen in Sprecherkabinen. Der Musikergeschmack einiger Stadion-DJs und die Überdosis an Trash, mit der sie manche Spiele akustisch zukleistern, erfĂŒllt alle TatbestĂ€nde der Körperverletzung. NatĂŒrlich mĂŒssen die Werbebotschaften durchgehechelt werden. Es ist jedoch völlig unnötig, jede spielfreie Minute mit Gute-Laune-Dschingderassabumm zu karnevalisieren. Immer wieder scheinen MĂ€nner an der Soundanlage zu stehen, die normalerweise Junggesellenabschiede in Wests Yorkshire bespaßen. Offenbar regiert die panische Angst, das Publikum könne die Akustikkulisse eigenverantwortlich gestalten wollen.
Das sind die Momente, in denen man mit Wehmut jener Zeiten gedenkt, in den pensionierte Zeitansager noch Fan-Geburtstage mit der dramatischen Verve eines Steven-Gerrards-Interviews intonierten.
Gerrards Heimarbeitsplatz gehört derweil zu den Orten, an denen die Welt noch in Ordnung ist. Und das liegt an einem Mann der in dieser Saison sein 40. JubilÀum in der Ansagerkabine feiert: George Sephton.
Anfield und Musik: Der musikalische Teil von Sephtons Jobbeschreibung klingt denkbar einfach. FĂŒnf vor drei: Man drĂŒckt auf „Play und „You'll never walk alone“ lĂ€sst die HĂŒtte kochen. Das das nicht alles ist, hat der lebenslange Liverpool-Fan in den letzten 39 Jahren eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Seinen ersten Arbeitstag teilte er mit Kevin Keegan, auch „King Kev“ trat am 14. August 1971 erstmals seinen Dienst an.
Damals brachte Sephton noch seine eigenen Platten von zu Hause mit. Als die durchgespielt waren, borgte re sich welche von Freunden. Dann machte er einen Deal mit einem lokalen Plattenladen, der ihm fĂŒr jedes Hemspiel die aktuellsten Scheiben ĂŒberließ und dafĂŒr im Programmheft genannt wurde. Sephton spielte die Charts, und die Ankunft der Compact Disk machte sein Leben erheblich einfach. Der CD-Player, den er ĂŒber Jahre hinweg ebenfalls von zu Hause mitbrachte, wurde jedoch immer mehr zur Plattform fĂŒr junge KĂŒnstler aus der Umgebung von Liverpool. Sephton war der Erste, der die Lightning Seeds vor großer Kulisse spielte; er hievte einen ambivalenten Strauß von Bands wie Atomic Kitten, The Coral oder Amsterdam auf die große BĂŒhne. Die Menge goutierte seine Auswahl und Sephton wurde mutiger. Neben seine lokalpatriotischen Sortierungen traten Playlists, die ganz besondere AnlĂ€sse markierten. Als John Peel vor sechs Jahren starb, kamen im nĂ€chtsne Heimspiel nur Punk- und Indie-Titel aus den letzten Radiosendungen des legendĂ€ren Djs un die Lautsprecher. Robbie „God“ Fowlers RĂŒckkehr an die Anfield Road wurde mit „Back to my Roots“ und HĂ€ndels „Halleluja“ gewĂŒrdigt. Vor kurzem ĂŒberzeugte Sephton mit einer Playlist, die den Abgang der inbrĂŒnstig gehassten US-Investoren Hicks & Gillet feierte: Muse „Uprising“, John Lennon „Power to the People“, Paula Cole „Where have all the Cowboys Gone“?
Und weil Tom Hicks angeblich mal gesagt haben soll, der legendĂ€re Kop sei „just a noise“, legte Sephton gleich noch „Come on deel the noise“ von Slade als Bonustrack oben drauf.
Sephton hat immer eine sichere Hand bewiesen. Er drĂ€ngt sich mit seiner Musikauswahl nicht nach vorn und hört lieber zu, statt zu viel zu reden. Und wenn er im Stadion spricht, dann ist seine Stimme das, was einmal als „warne Decke“ beschrieben wurde, egal ob sie ein Tor fĂŒr Liverpool oder den letzten Zug nach London durchsagte. Das Geheimnis seines Erfolgs steckt in dem einen Wort, das Sephton selbst fĂŒr die Beschreibung seines Jobs benutzt: surreal. Er sitzt seit fast 40 Jahren in der Sprechkabine an der Anfield Road und kann selbst immer noch nicht glauben, wie geil das eigentlich ist.
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